[Diskussion] eBook oder Buch?

by - 6/20/2015

Irgendwie hatte ich Lust meinen Gedanken mal freien Lauf zu lassen. Denn immer wieder begegnet mir im Alltag das Thema eBook oder Buch. 
Ich freue mich auch immer sehr über Anfragen zu Rezensionen, aber meist sind die in der heutigen Zeit nur noch für eBooks.
Dazu muss ich dann wohl gleich mal ein Geständnis abgelegen.
Ich bin wirklich eine Vielleserin, aber einen eBook-Reader besitze ich nicht.


In der Hand gehalten habe ich ein solches Teil schon einmal, quasi ein paar Seiten Probe gelesen, aber mehr auch nicht.
Da bleibe ich lieber bei meinen echten Büchern. Ich mag den Geruch der frisch gedruckten Seiten, das Rascheln mein Umblättern und das Gewicht und Gefühl, ein richtiges Buch in der Hand zu halten.
Was mir der Reader wohl auch nicht bieten kann, ist die Ansicht, wie viel ich schon geschafft habe. Sicher steht dort: Seite 222 von 436. Aber richtig sehen kann ich nicht wie viel das ist. Versteht ihr wie ich das meine? ;)
Und ein weiterer Punkt der mir durch einen Reader fehlen würde, ist mein tolles Bücherregal, gefüllt mit meinen gelesenen und natürlich auch ein paar ungelesenen Schätzen (SuB).
Ihr merkt sicher schon, dass ich irgendwie Anti-eBook-Reader bin...

Eigentlich kann ich mich gar nicht mehr wirklich an das Aufkommen der Reader erinnern. Sie waren mit mal einfach da. Sind wie Unkraut aus der Erde geschossen und jeder 2. in U-Bahn, Flugzeug oder Bus hatte so ein Ding vor der Nase. Ist ja schon fast so wie mit den Smartphones :)
Da habe ich mich dann ernsthaft gefragt, ob die Reader wohl irgendwann die echten Bücher verdrängen werden. Wenn es so kommen sollte, dauert es hoffentlich noch einige Jahre.

Aber ich will ja nicht nur schlechtes über diese technischen Geräte sagen.
Ich habe das Internet nach Berichten und Statistiken durchforscht um auch die Vorteile für so ein Gerät nennen zu können.
Der wohl größte Vorteil ist der preisliche Aspekt.
Nachdem man sich ein Wunschgerät angeschafft hat (Kosten zwischen 70-130€) sind die eBooks preislich häufig bis zu 20% günstiger als die gedruckten Werken. Sobald das Urheberrecht (nach 70 Jahren) erlischt, können sie sogar umsonst sein. Und Bücher von weniger bekannten Autoren sind z.B. für ganz schmales Geld zu bekommen.
Ein weiterer Vorteil ist sicher auch das geringe Gewicht und die Größe. Besonders wenn man auch Reisen geht, hat man so die Möglichkeit wirklich viele Bücher mitzunehmen.
Und auch für zu Hause ist es praktisch, wenn man nicht viel Platz hat um gelesene Bücher hinzustellen.

Aber ein weiterer Aspekt bei dieser Diskussion ist auch die Umwelt. 
Ich denke man kann sich jetzt darüber streiten, was besser für die Umwelt ist und was nicht.
Das für Bücher viele Bäume gefällt werden müssen ist klar. Denn nur selten, werden Bücher auf recycelten Papieren gedruckt. Eigentlich schade, denn mich würde es nicht stören.
Aber auch ein Reader hat es in sich. Meist werden diese in China hergestellt. Somit haben zusätzlich einen langen Transportweg bis nach Deutschland. Und auch die Herstellung und Verarbeitung des ganzen Plastiks und der Metalle ist sicher nicht sehr umweltfreundlich. 

Aber jetzt würde mich mal ganz ehrlich eure Meinung dazu interessieren?
Ich habe bei anderen Bloggern oder Mitgliedern auf LovelyBooks schon mitbekommen, dass sie einen Reader besitzen, aber diesen nicht nur ausschließlich benutzen.
Wenn es z.B. um die Bewerbung in einer Leserunde geht, es ist häufig so, dass selbst die, die einen Reader besitzen, sich lieber für eine Printvariante entscheiden.
Aber warum? Als eBook-Leser hat man zumindest in den Leserunden häufig besseren Chancen. Manche werden sogar nur mit eBooks als "Gewinn" angeboten, da dies für Verlag und Autor natürlich auch eine Kostenersparnis mit sich bringt.

Was haltet ihr von eBook-Readern und besitzt ihr einen?

Trotz der Vorteile muss ich für mich feststellen, dass ich noch nicht so weit bin. Und obwohl ich technisch mit Smartphone und diversen anderem Schnickschnack auf dem neusten Stand bin, kann ich mich für diese Entwicklung noch nicht wirklich begeistern.

Ich bin gespannt auf eure Meinungen und freue mich über jede Antwort.

Sara 



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14 Kommentare

  1. Hallo Sara,
    danke für den schönen Beitrag. Ich habe beides. Den Reader nehme ich gerne auf Dienstreisen mit, da habe ich weniger zu schleppen. Aber ich bevorzuge auf jeden Fall Bücher. Ich habe vor meinem letzten Umzug meterweise Bücher weg gegeben und nur meine Schätze behalten, weil Bücher einfach sehr viel Platz wegnehmen und die meisten werde ich auch ncht nochmal lesen. Aber ein bisschen weinen musste ich schon...
    Wegen der Zukunft der Bücher - ich habe einen Artikel über das Leseverhalten in Japan gelesen. Die sind ja, was Digi-Geräte angeht einen Schritt weiter als wir. Der Trend ist, dass sie die Bücher zunächst auf dem Gerät lesen, und wenn es ihnen gefallen hat, kaufen sie es als Papierbuch nach und stellen es ins Regal. Ich kann mir gut vorstellen, dass Reder und Bücher eine friedliche Koexistenz führen werden und nicht gänzlich verschwinden werden.
    Lieben Gruß
    loralee

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    1. Hallo loralee,
      ich mache es ähnlich wie du und behalte nur noch meine Schätze oder Bücher die ich evtl. noch mal lese, weil sie mir so gut gefallen haben.
      Und das mit den Japanern ist ja wirklich witzig. Also mögen die es auch, ihre geliebten Bücher sichtbar und zum Anfassen im Regal stehen zu haben ;)
      Grüße
      Sara

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  2. Ich habe auch einen Reader! Ich liebe diesen, wenn wir in den Urlaub fahren besonders wenn wir fliegen! Da kann ich so viele Bücher mitnehmen, wie ich will! Kostet kein Gewicht! Aber auf der Couch lese ich am liebsten in einem Print! LG Verena von Books-and-cats...bin auch gleich mal Leserin deines Blogs geworden!

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    1. Hallo Verena,
      danke für deinen Beitrag und das Folgen ;)
      Gibt es einen Grund, warum du auf dem Sofa lieber Print liest?
      Würde mich echt interessieren.
      Grüße
      Sara

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  3. Also ich habe einen eBook Reader aber kein Smartphone, ich wüsste gar nicht was ich damit anfangen sollte. :)

    Ich bin auch lange vehement gegen eBook Reader gewesen, möchte meinen jetzt aber nicht mehr missen. Wobei Technisch (zumindest meiner) einem Buch natürlich immer noch in vielem unterlegen ist.

    Ich lese, oder schmökere besser gesagt, zum Beispiel immer wieder gerne in alten Gedicht- und Kurzgeschichtensammlungen, gerade dieses Erlebnis, in einem Buch einfach auf das gerade wohl zu Blättern bis einem eine Passage oder Titel besonders ins Auge sticht, kann ein solches Gerät nicht bieten.

    Ein weiteres Erlebnis das eBook Reader nicht replizieren können, ist die emotionale Bindung (jetzt wird er aber Sentimental) die man zu einem Buch aufbauen kann - sei es weil man es sich zu einem besonderes Anlass, an einem besonderen Tag gekauft hat, oder weil man das lesen eines bestimmten Buches mit einer besonderen Phase im Leben verbindet oder es einen an eine besondere Zufallsbegegnung erinnert, oder, oder, oder... einem eBook fehlt die physikalische Präsenz die eine solche Bindung möglich macht - am Ende ist ein Buch dann eben doch immer mehr als nur der darin enthaltene, replizierbare Text.
    Ein eBook hat immer die gleiche Erscheinung, "fühlt" sich gleich an und kommt mit der selben Geruchsabsenz daher.

    Der große Vorteil des neuen Büchermarkts ist für mich ganz klar dass Autoren nun nicht mehr auf wohl und wehe von Verlagen angewiesen sind, bzw. auch Kleinstverlage nun bessere Chancen haben sich zu behaupten, ein großer Nachteil weil sich dies leider auch in der Qualität der Bücher niederschlägt, aber es erlaubt Kreativität ohne Hürden.

    Ohne meinen Book Reader hätte ich zweifelsfrei zu vielen Autoren die mit ihren Geschichten mein Leben bereichert haben niemals gefunden.

    Also ja, tl/dr Fazit:
    Printbücher sind dem eBook klar überlegen, aber auch das nur Texterlebnis bietende eBook hat seinen Stellenwert gefunden in meinem Leben.

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    1. Hallo und vielen Dank für deinen Beitrag :D
      Ich bin immer gespannt auf die Meinungen und Erfahrungen anderer Leser und ich verstehe deine Argumente dafür und dagegen total.
      Das mit den kleineren Verlagen und Autoren habe ich gar nicht so genau bedacht. Recht hast du damit schon. Jeder hat so bessere Chancen.
      Grüße
      Sara

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  4. Hallo Sara,

    ich kann deine Einstellung gut nachvollziehen, mir geht es ganz ähnlich. Ich habe die Ebook Geschichte von Anfang an verfolgt und auch mal ein Buch mit dem Kindle und dem iPad gelesen. Mein Resümee fällt ganz ähnlich aus. Die Habtik ist einfach ein wichtiger Faktor, aber überhaupt ein schönes Buch in Händen zu halten, die saubere Schrift auf dem Papier, die Umschlaggestaltung, alles gehört zu einem stimmigen Gesamtbild und zu dem Lesegefühl.

    Zwei für mich entscheidende Faktoren erwähnst du allerdings nicht. Einmal das Thema Besitz. Wenn ich ein Ebook kaufe, dann erwerbe ich nicht das Buch sondern lediglich ein Nutzungsrecht. Dieses Nutzungsrecht kann ich nicht weiterverkaufen, nicht verleihen und wenns blöd läuft mir auch wieder entzogen werden, wenn ich gegen die Nutzungsbestimmungen von beispielsweise Amazon verstoße (ist z.B. vorgekommen als Amazon Accounts von Leuten gesperrt hat, die zuviel vom Widerrufsrecht gebrauch gemacht haben). Nicht zuletzt kann der Anbieter auch meine Bücher wieder aus der Ferne löschen (wie beispielsweise bei Amazon mit 1984 bereits geschehen)

    Der zweite Faktor ist der Datenschutz. Ein Kindle bzw. die App trackt mein Leseverhalten genau mit. Welches Buch habe ich wie lange, wie schnell gelesen. Welches habe ich abgebrochen. Und wie ich in meinem Blogbeitrag über Buchblogger und Datenschutz skizziere (http://www.lesestunden.de/2015/05/buchblogger-und-der-datenschutz/) lassen sich daraus schon einige Dinge über mich ableiten, die ich nicht Amazon oder einem anderen Anbieter überlassen möchte. Daher kaufe ich meine Bücher auch immer bei wechselnden Shops oder beim Händer in der Nähe.

    Zuletzt sammle ich Bücher einfach zu gerne. Ich hab ein riesiges Bücherregal und die ganzen Schätze dort zu horten macht einfach Spaß. Das ist was ganz anderes als eine große Bücherdatenbank auf einem Gerät.

    Ich habe mir auch schon überlegt darüber zu bloggen, nachdem ich festgestellt habe, dass für viele Ebooks zum Alltag gehören und für mich irgendwie das gar nicht zur Debatte steht (obwohl ich jetzt hinsichtlich dem technischen Dingen sehr aufgeschlossen gegenüber stehe und nahezu alles ausprobiere).

    Liebe Grüße
    Tobi

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    1. Hallo Tobi :)
      Vielen Dank für deinen Beitrag und die Info zu den beiden Punkten, die ich in meinem Beitrag nicht bearbeitet habe. Ich muss sagen, dass ich mich da gar nicht so gut auskenne wie du.
      Es ist aber schön zu lesen, dass es noch mehr Leute gibt die einfach die "echten" Bücher lieben und wertschätzen.
      Danke und ganz liebe Grüße
      Sara

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  5. Hallo Sara :)
    Also ich muss sagen, dass es mir beim Reader genau wie dir geht!
    Ich selbst habe keinen und möchte auch keinen. Mir würde einfach das Gefühl, das man beim Bücherlesen hat, samt raschelnden Seiten und Papiergruch fehlen. Hinzu kommt, dass ich mich an den AUgen hab operieren lassen und es sehr anstrengend finde, wenn ich mehrere Stunden auf den Bildschirm starre und konzentriert lese.
    Ich sehe auch klar die Vorteile im Reader, wie dass er so leicht ist und man beliebig viele Bücher damit umhertragen kann. trotzdem möchte ich aber keinen haben. Was das Thema Umweltschutz angeht, kann ich dir auch zustimmen. Mich würden mehr Bücher aus recyceltem papier gar nicht stören! Und ich kaufe auch sehr gerne gebrauchte Bücher, da minimiert sich das ja dann wieder ein bisschen.
    Ich hoffe, dass es noch lange lange dauern wird, bis der Reader die normalen Bücher vollständig verdrängt hat!

    Liebe Grüße, Krissy
    www.tausendbuecher.blogspot.de

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    1. Hallo Krissy,
      noch eine Gleichgesinnte. Darüber freue ich mich :)
      Und das mit den Augen kann ich voll verstehen. Ich bin etwas Weitsichtig und habe auf der Arbeit immer schon viel einen PC vor der Nase, da möchte ich mich nicht auch noch hinter einem Reader verstecken ;)
      Und zum Umweltschutz: Vll. kommt das mit dem recyceltem Papier ja noch mal. Gebrauchte Bücher finde ich auch gut oder Bücher austauschen ist auch sinnvoll.
      Ich habe schon überlegt hier auf dem Blog eine Tauschecke zu machen, für die Bücher, die ich nicht behalten möchte.
      Grüße
      Sara

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    2. Hallo Sara und Krissy,
      eine kleine Anmerkung zu den Augen: der Bildschirm vom Reader ist Augenfreundlicher als der PC, weil der Kontrast nicht so harsch ist. Außerdem kann man beim Reader die Schriftgröße verstellen. Ein klarer Vorteil für Leute, deren Augen nicht mehr so gut sind.

      Ihr habt auch den Umweltschutz erwähnt. Ich glaube, dass die Herstellung und Entsorgung eines Readers auch nicht besonders gut für die Umwelt ist. Vor allem wenn bewusst Verschleißteile eingebaut werden, die die Leser dazu zwingen, ca. alle 2 Jahre sich einen neuen Reader zu kaufen.

      LG
      loralee

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    3. Hey ;)
      Ja genau das meine ich. Das mit der Herstellung habe ich ja grob angekratzt. Ich meine mal gelesen zu haben, dass man im Schnitt davon ausgeht, einen Reader 3 Jahre lang benutzen zu können.
      Grüße
      Sara

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    4. Meiner hat nur 2 Jahre gehalten. :-(

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  6. Hallöchen,
    dass die meisten Rezensionanfrage für ebook sind, kenne ich ja auch nur zu gut ;) Manchmal kucken dann die Leute voll, wenn die erfahren, dass man weder Reader noch Smartphone hat :D Ich brauch ja weder ein Smartphone noch einen Reader. Ich will lieber ein Buch in der Hand halten und nicht so ein Gerät =) Ich stimme dir da mit deiner Meinung ja echt vollkommen zu :) Ich will auch gar keinen Reader haben :) Nur ein Gerät, dass herumliegen wird :D
    Tolle Diskussion, die du da gestartet hast =)
    Liebe Grüße
    Colette
    http://skjoonsbuecher.blogspot.co.at/

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