[Rezension] Scythe - Hüter des Todes - Neal Shusterman

by - 10/07/2017



Autor: Neal Shusterman | Serie: Scythe#1 | Seiten: 528 | Einband: gebunden | Erschienen am: | ISBN: 978-3-7373-5506-3 | Preis (D): 19,99€ | Verlag: Sauerländer

INHALT:


Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.
Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …

Der erste Band der internationalen Bestseller-Trilogie!
Schutzumschlag mit Metallic-Folien-Veredelung

Quelle: Fischer Verlage

COVER:


Das Cover wirkt schon düster und angsteinflößend und vermittelt damit genau die Stimmung, die stellenweise im Buch aufkommt. 


MEINE MEINUNG:


Gleich zu Beginn muss ich sagen, dass mir das Buch wirklich nahe gegangen ist.
Das Buch mit dystopischen Inhalt behandelt eine Welt, in der es keine Sterblichkeit mehr gibt.
Demnach ist das Bevölkerungswachstum immens und muss in Schach gehalten werden.
Diese Aufgabe übernehmen die Scythe. Sie entscheiden wer sterben - nachgelesen - werden muss und legen fest, wie dieses Prozedere im jeweiligen Fall ablaufen soll.
Dabei sollen sie uneingenommen vorgehen und frei für sich ihre "Opfer" auswählen. 
Durch ihren "Job" haben die Scythe in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert erlegt. Fast jeder möchte sich mit ihnen gut stellen, aus Angst, er oder sie könnte der/die nächste sein.  

Als Scythe Faraday Citra und Rowan als seine Lehrlinge heranzieht, war ich natürlich genauso geschockt wie die beiden Protagonisten.
Beide schrecken vor diesem "Beruf" zurück und können sich eine solche Lehre eigentlich nicht vorstellen.
Aus verschiedenen Beweggründen entscheiden sie sich aber dennoch dafür und geraten damit in die Fänge des Scythetums.

Beide Protagonisten haben mir sehr gefallen. Sie waren toll gezeichnet und der Autor weis es zu verstehen, wie er die Gedanken und Gefühle von Citra und Rowan an den Leser vermitteln soll.
Citra ist eher der unscheinbare Typ, schreckt aber dennoch nicht davor zurück, ihre Meinung zu sagen. 
Dies passiert häufig in ungünstigen Situationen, da Citra, im Gegensatz zu anderen, noch Mitgefühl empfinden kann und einen Sinn für Gerechtigkeit hat.

Während ich die ganze Zeit über einen guten Draht zu Citra hatte, hat dies bei Rowan etwa ab der Hälfte des Buches etwas abgenommen.
Sein Umfeld hat ihn zwar nicht direkt beeinflusst, aber seine Entwicklung hat es mir leider etwas schwer gemacht.

Neben den beiden Protagonisten stehen aber auch viele Scythe immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens.
Unter anderem sind das Scythe Faraday und Scythe Curie, die mich beide wirklich positiv überrascht haben.
Wieso und weshalb, sollte ihr vielleicht besser selber nachlesen.
Scythe Goddard war, wie erwartet, ein ganz schrecklicher Zeitgenosse.
Durch diese Mischung zeigt sich, dass selbst in der vom Autor geschaffenen Welt, in der alles in der Hand vom Thunderhead ( einem Computer) und der Scythe liegt, nicht alles glatt läuft.
Auch hier gibt es Intrigen, Zusammenschlüsse und unterschiedliche Meinungen, die die Handlung zusätzlich spannend machen.
Während die Nachlese eigentlich ethisch korrekt verlaufen soll und ein Scythe kein Spaß am Töten haben darf, gibt es auch unter ihnen einige, die sich nicht an die entsprechenden Regeln halten.

Nicht nur die Hauptthematik - die Nachlese - ist ein interessantes und sehr bewegendes Thema, sondern auch die Entwicklungen im Scythetum sind nicht ohne.
Während mich die Nachlesen stellenweise wirklich mitgenommen hat und ich manchmal denke, dass so etwas in ferner Zukunft gar nicht so undenkbar ist, hat sich die Handlung in der Mitte leider etwas gezogen.
Ich persönlich fand manche Szenen einfach nicht spannend und die ganzen Partys von Goddard leider sogar überflüssig.
Diese Kapitel hätten man für meinen Geschmack etwas kürzen, wenn nicht gar einsparen können.

Insgesamt ist das Buch emotional mitreißend, meist spannend und toll zu lesen.
Der Schreibstil ist unglaublich fesselnd und flüssig.
Leider hat mich die angedeutete Liebesgeschichte so gar nicht überzeugen können.
Für mich hatte sie in diesem Buch zu wenig Raum um sich zu entfalten und hat dementsprechend bei mir keinerlei emotionale Regung veranlasst.


BEWERTUNG:


Ein gelungenes Buch mit einer mitreißenden und vielschichtigen Thematik.



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