[Rezension] Über den wilden Fluss - Philip Pullman

by - 12/21/2017



Autor: Philip Pullman | Serie: His Dark Materials #0 | Seiten:  560 | Einband: Hardcover | Erschienen am: 17.11.17 | ISBN: 978-3-551-58393-2 | Preis (D): 24,00€ | Verlag: Carlsen 


INHALT:


Der 11-jährige Malcolm lebt mit seinen Eltern und seinem Dæmon Asta in Oxford und geht in dem Kloster auf der anderen Seite der Themse aus und ein. Als die Nonnen ein Baby aufnehmen, von dem keiner wissen darf, ist es mit der Ruhe in dem alten Gemäuer vorbei. Auch Malcolm schließt das kleine Wesen, das in großer Gefahr zu sein scheint, sofort in sein Herz und setzt alles daran, es zu schützen. Es heißt: Lyra Belacqua.

Die Vorgeschichte zum Weltbestseller »Der Goldene Kompass«

Quelle: Carlsen

COVER:


Das Buchcover greift wichtige Elemente der Geschichte auf und sticht auch durch die tolle farbliche Gestaltung direkt ins Auge.
Für mich ist dies ein Buchcover nach meinem Geschmack.



MEINE MEINUNG:


Die Trilogie um den goldenen Kompass ist bei mir schon eine Weile her.
Umso gespannter war ich daher auf die Vorgeschichte, die es im November endlich in den Buchhandel geschafft hat.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen, da Philip Pullman sehr anschaulich schreibt und beschreibt.
Dabei ist das Buch aus Sicht eines Erzählers geschrieben, der sein Hauptaugenmerk aber auf  Protagonist Malcolm richtet.

Malcolm ist 11 Jahre alt und seine Eltern betreiben ein Gasthaus.
Er ist sehr wissbegierig und hilfsbereit. 
So arbeitet er nicht nur abends in der Schenke mit, sondern geht auch den Nonnen im Kloster bei der Hausarbeit und kleinen Bauarbeiten zur Hand.
Malcolm ist für sein Alter recht reif, hat zu wichtigen Dingen eine eigene Meinung und hinterfragt vieles. 
Durch seine Arbeit in der Schenke kommt Malcolm an Informationen, die nicht immer für seine Ohren bestimmt sind, sodass er darauf acht geben muss, was er davon an wen weitergibt.
Dieser Punkt hat mir sehr gefallen, da er die Geschichte stetig vorantreibt und ins Rollen bringt.

Ebenso wie in der Kompass-Trilogie haben die Figuren in diesem Buch auch wieder Daemonen, die sie von Geburt an begleiten und die Seele bzw. den Charakter der Menschen sichtbar verkörpern.
Mir gefällt diese Idee nach wie vor und ich bin immer wieder fasziniert davon, was man doch alles über die verschiedenen Personen erfahren kann, wenn man einfach nur mal genauer auf das Verhalten der Daemonen achtet.

Nachdem mir die Kompass-Trilogie so gut gefallen hat, hatte ich recht hohe Erwartungen an dieses Prequel.
Der Handlungsverlauf war für mich daher eher ein enttäuschender Mix aus Spannung und schnödem Dahinplätschern.
Obwohl ich die Idee, den Schreibstil und die Charaktere sehr mochte, fand ich die Handlung stellenweise etwas zäh und langgezogen.
Es gibt Szenen, da geht es brutal und fesselnd daher, während in anderen so gar nichts passiert.
Häufig habe ich Szenen aber auch einfach unterschätzt. Man sollte schon gut aufpassen, denn Philip Pullman streut teilweise Hinweise, die später noch einmal wichtig sein könnten. 

Besonders überzeugend war dagegen wieder einmal das Setting.
Ich mochte die Welt, in der Malcolm lebt und die Art und Weise, wie Philip Pullman uns diese vermittelt.
Auf mich wirkte das Ganze wie eine gelungene Mischung aus Märchen, Realität, altertümlicher Zeit und Fantasy. 

Trotz der vielen positiven Aspekte, die ich versucht habe zu nennen, ist der zündende Funke bei mir letztendlich aber nicht übergesprungen.
Ich habe es genossen, in die Welt von Malcolm und Lyra eintauchen zu dürfen, mich aber stellenweise etwas gelangweilt.
Alles in allem ist das Buch aber eine runde, für mich nicht ganz überzeugende Sache, die ich jedem His Dark Materials-Fan ans Herz legen möchte.


BEWERTUNG:


Ich habe mich sehr gefreut, wieder einmal in eine tolle und fantasievolle Welt abtauchen zu können.
Inhaltlich hat mich das Buch leider nicht vollends überzeugen können und kommt daher für mich nicht an die His Dark Materials-Reihe ran.



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